Als Professor an der Dresdner Hochschule für Bildende Künste wurde Kunze wegen seiner fortschrittsorientierten Lehrweise von seinen Studenten verehrt, konnte seine künstlerischen Auseinandersetzungen mit der Moderne jedoch größtenteils nur im Verborgenen ausüben. Von Künstlern wie Picasso, Braque, später auch Matisse, Leger und Beckmann wurde Kunze zu Experimenten mit der Auflösung der Fläche in kubistischer Form, besonders in seinen characteristischen Collagen, angeregt. Wichtigsten Einfluss aber hatte Nicolas de Staël, der wie Kunze Abstraktion und Gegenständlichkeit zu vereinen suchte. [ED]
06.07.1913   In Chemnitz geboren
1927 - 1928   Besuch der Höheren Handelschule in Pirna
1928 - 1929   Lehre als Malerlehrling bei Malermeister Wiesener in Dohna, Besuch der Gewerbe- und Berufsschule in Pirna, danach erwerbslos
1930 - 1932   Als Arbeitsbursche in der Maschinenfabrik Rockstroh in Heidenau beschäftigt und Teilnahme an den Abendkursen der Dresdner Kunstgewerbeschule
1932 - 1937   Studium an der Hochschule für Bildende Künste Dresden
1937   Vier-monatiger Studienaufenthalt in Amsterdam und Groningen - Kontakt zu den Werken von Constantin Permeke und Nicolas de Staël
1939 - 1948   Kriegsdienst an der West- und der Ostfront, Gefangennahme in Tabor (CSR), Kriegsgefangenschaft in Rumänien und der Sowjetunion. In dieser Zeit bereits wieder künstlerisch tätig für das Lagertheater (Kulissen, Wandbilder, Plakate etc.). In Moskau als Modelleur an einem Neubau tätig
1948 - 1953   Freischaffend tätig
1949 - 1947   Mitglied in der Dresdner Künstlergruppe "Das Ufer". Die Künstlergruppe hielten künstlerische Kurse in Schulen und Betrieben, veranstalteten Ausstellungen und bemühten sich die Arbeit der Werktätigen in den Focus ihres eigenen künstlerischen Schaffens zu stellen
1953   Lehrbeauftragter an der Hochschule für Bildende Künste Dresden. Eingestellt durch Rudolf Bergander für das Naturzeichnen in der Abteilung Industrielle Formgebung
1954   Wechsel in die Abteilung Plastik.
1960   Vermehrt Reibungen zwischen Herbert Kunze und der Hochschulleitung. Hauptgrund ist die zurückhaltende und abwartende Position Kunzes in kulturpolitischen Fragen und die fehlende künstlerische Entwicklung hin zum sozialistischen Realismus
1965   Versuch der Hochschulleitung, Kunze aus der Abteilung Grundstudium in die Abendschule umzusetzen, ein Ansinnen, das er nur mit Mühe abwenden konnte
1970   Herbert Kunze wird aus dem Grundstudium entfernt und zwangsweise mit dem Unterricht in Technologie und Farblehre in den Abteilungen Tafelmalerei und Plastik betraut
1975   Emeritierung aus gesundheitlichen Gründen. Freischaffend tätig
1981   Stirbt in Dresden