OUR CLASSICS

18.11.17 bis 03.03.18


Was macht einen Klassiker aus? Formvollendung, Harmonie, Zeitlosigkeit, Wiedererkennbarkeit, Innovationskraft, Bekanntheit und Anerkennung sind Merkmale, um einige anzudeuten.

In der von Bildern überfluteten digitalen Welt erhöht sich der Anspruch auf die künstlerische Bildwelt. Auf der einen Seite gilt die Traditionsverbundenheit, der Rückgriff auf bereits vorhandenes als wegweisend. Andererseits soll es dem Künstler gelingen daraus etwas Neues zu entwickeln. Dieser Grat zwischen Tradition und Innovation macht die Qualität der Kunstwerke in „our classics“ aus. Döbele Kunst Mannheim zeigt eine Werkauswahl, die von der frühen Moderne, der Nachkriegskunst bis zu aktuellen künstlerischen Standpunkten reicht.

Die Ausstellung ist über einen dreimonatigen Zeitraum angelegt. Sie verändert während dieser Zeit ihr Präsentationsprofil. Ein mehrmaliger Besuch bleibt spannend.

Walter Gramatté - Werke aus den Jahren 1916 bis 1929

17.03. bis 28.04.18


Döbele Kunst Mannheim zeigt mit Walter Gramatté einen Künstler, der jenseits sogenannter „-ismen“ seinen persönlichen, eigenen Stil gefunden hat. Zu sehen sind neben Aquarellen und Ölbildern seltene Druckgraphiken, die er in geringer Auflage in einer Handpresse angefertigt hat.

Das Werk Walter Gramattés scheint trotz der kurzen Schaffenszeit, er wurde nur 32 Jahre alt, das eines gereiften Künstlers. Erkannt wurde sein Talent früh, so unterhielt er bereits 21-jährig mit einem Verleger einen Vertrag über seine graphischen Arbeiten. Anfänglich war seine Kunst eng mit den Geschehnissen jener Zeit verwoben. Der 1. Weltkrieg, zu dem er sich freiwillig meldete, prägte ihn und seine Sichtweise. Im Mittelpunkt seines Schaffens standen der Mensch und das Ausloten seines Selbst. Beeinflusst war er in diesen Jahren von Max Beckmann, dessen Berliner Atelierhaus Gramatté angemietet hatte, dort arbeitete und zu einem Treff Intellektueller wurde. Nach turbulenten Jahren mit Lazarettaufenthalt, Entlassung, Wieder-Einberufung und Zusammenbruch begegnete er 1920 seiner späteren Frau Sonia, einer russischen Musikvirtuosin. Fortan war sie sein beliebtes Motiv, oft stellte er sie in alltäglichen Situationen, wie auf dem Sofa oder am Tisch dar. Seine Farbpalette hellte sich auf und wurde intensiver. Einen weiteren Einschnitt bildete ein Aufenthalt in Spanien. Das junge Paar verließ anlässlich von Wohnungsnot und Gramattés Krankheit für zwei Jahre die Heimat. Im warmen Licht Iberiens wandte er sich vermehrt dem Aquarell und der Landschaftsmalerei zu. Einflüsse seiner beiden Freunde, den Brücke-Künstlern Erich Heckel und Karl Schmidt-Rottluff wurden deutlich. Zurück in Deutschland, verstarb er 1929 an einer Tuberkulose. Bereits drei Jahre später wanderte eine Gedächtnisausstellung durch zehn deutsche Städte und ehrte Gramattés Werk.

Für weitere Informationen liegen die beiden Werkverzeichnisse
bereit: Walter Gramatté (1897–1929) – Werkverzeichnis der Ölgemälde, herausgegeben von Claus Pese, bearbeitet von Ruth Negendanck; Wienand Verlag Köln 1994, deutsch-englisch.
Das graphische Werk von Gramatté, herausgegeben und eingeleitet von Ferdinand Eckhardt; Amalthea Verlag, Wien 1932
Eine vollständige Ausstellungsliste mit Farbabbildungen
senden wir Ihnen gerne als PDF per E-Mail zu.