our classics II

15.09. bis 30.11.18


Zum zweiten Mal zeigt Döbele Kunst Mannheim Kunstwerke, für die Auswahlkriterien wie Innovationskraft gepaart mit Zeitlosigkeit beansprucht werden.
Herausragende Einzelpositionen laden zu genauerem Hinsehen ein und regen an, unsere Blickwinkel zu sensibilisieren.

Max Ackermann | Georg Baselitz | Ernst Bursche | Eberhard Freudenreich | Hermann Glöckner | Walter Gramatté | Herta Günther | Robert Häusser | Adolf Hölzel | Myriam Holme | Edmund Kesting | Janina Lamberty | Ernst Wilhelm Nay | Igor Oleinikov | Tanja Pohl | Barbara Reck-Irmler | Otto Ritschl | Dagmar Röderer | Max Uhlig | Conrad Westpfahl und weitere

Von wegen bla bla: Die Macht der Wörter

23.06. bis 28.07.18


Barbara Reck-Irmler bei Döbele Kunst Mannheim

Die Macht der Wörter intensiviert sich in unserer vernetzten Welt mehr und mehr. Im Zeitalter der Kurznachrichten erreichen sie uns als Hashtag, als private Mitteilung, als Geschäftsemail, als Botschaft in der Werbung, Politiker setzen sie ein und längst haben auch Kunstschaffende Sprache und Schrift als künstlerischen Stoff aufgegriffen.
Der Umgang mit Wörtern beeindruckte Barbara Reck-Irmler (*1965) bereits in Kindheitstagen, führte sich im Studium der Germanistik und Politikwissenschaft fort und ließ sie ihren Weg als selbständige Texterin finden. Parallel lief ihre exzessive Arbeit mit Textilien. Seit sie beides miteinander verbindet entwickelte sie etwa ab 2014 ihren künstlerischen Impetus, den typografischen, wandfüllenden Konstruktionen Sinn und Nachdruck zu verleihen.

Mit Wortbildern wie MACHTWORT, VORSPIEL und NICHTSCHWIMMER verdichtet die Künstlerin ganze Phasen des Lebens in einem einzigen Wort. In der typografischen Bearbeitung vollzieht sich eine Transformation, die im Umhäkeln mit Textilgarn ihren sinnlichen Höhepunkt erfährt. Sie löst das Material aus dem Kontext der Textilherstellung und lädt es durch das „Umgarnen“ mit neuer Bedeutung auf.
Beglückend für den Betrachter, wenn sich das Material zu Strukturen ordnet, die dem Auge Orientierung geben, während das freie Spiel der Assoziationen beginnt.
Mit „bla bla peng peng“ wird sie politisch, mit „summ summ summ“ bezieht sie Stellung und mit „why why… why not“ spielt sie auf das unermüdliche Ergründen des Menschen an.

Ingrid Wild - Ausstellung im Clubhaus - Golf-Club-Mannheim-Viernheim

05.05. bis 15.09.18


In enger Zusammenarbeit mit Döbele-Kunst-Mannheim werden unter dem Leitbegriff "Vernetzte Gedankenwelten" 9 teils großformatige Bilder der Künstlerin ausgestellt.

Bei der Eröffnungsveranstaltung am 05.05.2018 im Clubhaus vermittelte Johann Döbele in einer spannenden Einführung Wissenswertes über die Künstlerin und zum Thema "Vernetzte Gedankenwelten". (klick auf Einführung)

Eine Ausstellungsliste mit Verkaufspreisen liegt bei Döbele-Kunst-Mannheim zum Abruf bereit.

Robert Häusser (1924-2013) Das fotografische, künstlerische Werk

05.05. bis 09.06.18


Wie kaum ein anderer Künstler prägte Robert Häusser die Entwicklung der zeitgenössischen Fotografie. Mit seiner Präsenz auf der diesjährigen ART COLOGNE (19.–22.4.18) durch unsere Galerie, bietet sich ein neuer Blick auf ein Oeuvre, das im Hinblick auf gegenwärtige Entwicklungen des Mediums aktueller denn je ist.
Dabei scheint die ruhige Bildsprache Robert Häussers zunächst so gar nicht zur hektischen und oberflächlichen Schnappschuss-Ästhetik unserer Zeit zu passen. Die wohl komponierten Schwarzweiß-Aufnahmen sind nicht für das schnelle Anschauen geeignet. Vielmehr erfordern sie vom Betrachter viel Zeit und Muße, damit sie sich in ihrer formalen und inhaltlichen Komplexität erschließen. Robert Häussers oft melancholische und gedankenschwere Bilder sind gleichsam Seh-Stücke, die zur kontemplativen Annäherung einladen.
Bereits zu Lebzeiten wurde das Werk des Meisterfotografen international ausgestellt. 1995 erhielt er als erster deutscher Lichtbildner den Internationalen Preis für Fotografie der Erna und Victor Hasselblad-Stiftung (Göteborg/Schweden), die weltweit bedeutendste Auszeichnung für Fotografie, die von Insidern als der „Nobelpreis“ der Fotografie angesehen wird.
Jetzt wird Robert Häusser strategisch von „Döbele Kunst Mannheim“ in Kooperation mit der der Museums Management Mannheim GmbH, Tochter der Curt-Engelhorn-Stiftung, vertreten. Ziel ist seine Etablierung als moderner Klassiker auf dem Kunst- und Fotomarkt.
Eine vollständige Ausstellungsliste senden wir Ihnen gerne als PDF per E-Mail zu.

Art Cologne 2018 - one Artist Robert Häusser - Fotografie

19. bis 22.04.18


Zum ersten Mal wird auf der ART COLOGNE das Werk Robert Häussers umfassend vorgestellt.

Der international renommierte Fotograf Robert Häusser gilt als ein Wegbereiter der zeitgenössischen Fotografie. Als einer der wichtigsten Vertreter der Klassischen Moderne schuf er bereits als 17- und 18jähriger in den Jahren 1941/42 eine Reihe von Bildern, die Höhepunkte der neueren Fotografie darstellen. Unbeirrt von Tagesmoden entwickelte er konsequent und kontinuierlich eine unverwechselbare Handschrift, die im Laufe der Jahre stilbildend für die deutsche Fotografie und nachfolgende Fotografengenerationen wurde. Seine ausschließlich schwarz-weißen Fotografien sind von strenger, oft symmetrischer Tektonik. Fast grafisch heben sich die Hell-Dunkel-Flächen voneinander ab und verdichten sich zu einem suggestiv-symbolischen Ausdruck.
Seine Bilder spekulieren nicht auf vordergründige Effekte und schnellen Konsum, sondern fordern vom Betrachter eine kontemplative Annäherung, um ihren existenziell-philosophischen Gehalt zu erschließen. In der bildnerischen Interpretation einer Situation werden in Häussers Arbeiten ein Mehr an Wirklichkeit und ein innerer Zustand sichtbar. Auf diese Weise hat der Künstler mit seinen Bildern oftmals später einsetzenden Kunstrichtungen vorgegriffen.

Robert Häussers Werk wurde mit vielen Ehrungen ausgezeichnet. 1995 erhielt er den Internationalen Preis für Fotografie der in Schweden ansässigen Erna and Viktor Hasselblad-Foundation. Diese Auszeichnung, die unabhängig vom Kamerafabrikat vergeben wird, ist nicht nur der höchst dotierte Preis für Fotografie, sondern gilt unter Experten gleichsam als deren Nobel Preis.

Walter Gramatté - Werke aus den Jahren 1916 bis 1929

17.03. bis 28.04.18


Döbele Kunst Mannheim zeigt mit Walter Gramatté einen Künstler, der jenseits sogenannter „-ismen“ seinen persönlichen, eigenen Stil gefunden hat. Zu sehen sind neben Aquarellen und Ölbildern seltene Druckgraphiken, die er in geringer Auflage in einer Handpresse angefertigt hat.

Zu weiteren Texterläuterungen rufen Sie bitte die Ausstellung (auf das Bild oder den Titel klicken) auf und dann "Einführung".

Für weitere Informationen liegen die beiden Werkverzeichnisse
bereit: Walter Gramatté (1897–1929) – Werkverzeichnis der Ölgemälde, herausgegeben von Claus Pese, bearbeitet von Ruth Negendanck; Wienand Verlag Köln 1994, deutsch-englisch.
Das graphische Werk von Gramatté, herausgegeben und eingeleitet von Ferdinand Eckhardt; Amalthea Verlag, Wien 1932

Eine vollständige Ausstellungsliste mit Farbabbildungen senden wir Ihnen gerne als PDF per E-Mail zu.

OUR CLASSICS

18.11.17 bis 03.03.18


Was macht einen Klassiker aus? Formvollendung, Harmonie, Zeitlosigkeit, Wiedererkennbarkeit, Innovationskraft, Bekanntheit und Anerkennung sind Merkmale, um einige anzudeuten.

In der von Bildern überfluteten digitalen Welt erhöht sich der Anspruch auf die künstlerische Bildwelt. Auf der einen Seite gilt die Traditionsverbundenheit, der Rückgriff auf bereits vorhandenes als wegweisend. Andererseits soll es dem Künstler gelingen daraus etwas Neues zu entwickeln. Dieser Grat zwischen Tradition und Innovation macht die Qualität der Kunstwerke in „our classics“ aus. Döbele Kunst Mannheim zeigt eine Werkauswahl, die von der frühen Moderne, der Nachkriegskunst bis zu aktuellen künstlerischen Standpunkten reicht.

Die Ausstellung ist über einen dreimonatigen Zeitraum angelegt. Sie verändert während dieser Zeit ihr Präsentationsprofil. Ein mehrmaliger Besuch bleibt spannend.

Scout und Philosoph - Igor Oleinikov - Malerei

16.09. bis 21.10.17


Vernissage am Samstag, 16.09.2017, 19 Uhr, gemeinsam mit dem Künstler.
Zur Einführung spricht Johann Döbele.

Igor Oleinikovs Bilder erzählen Geschichten, geben ihr letztes Geheimnis jedoch nicht preis. Die Dargestellten, meist Einzelkämpfer, scheinen fernab des Alltags und durch spirituelle Elemente entrückt. Ein Erbe der russischen Heimat Oleinikovs. 1968 zwischen Schwarzem und Kaspischen Meer geboren, war sein Leben schon früh von der Kunst geprägt. Er besuchte die Kunstfachhochschule, war nach dem Militärdienst als Agitprop-Maler tätig und fand nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion seinen Weg als freischaffender Künstler. Dieser führte ihn 1996 durch die Städtepartnerschaft Krasnodars nach Karlsruhe, wo er ein Studium an der Kunstakademie begann. Nach einem Wechsel an die Düsseldorfer Akademie wurde er von Markus Lüpertz zu seinem Meisterschüler ernannt. Seit 2007 lebt und arbeitet Oleinikov in Berlin.
Oleinikovs Werke ziehen unseren Blick in eine fiktive Welt, in der der Mensch eng mit der Natur verwoben ist, teilweise gar eins scheint mit ihr. Gleichzeitig beleuchtet er die Rolle des Menschen in der globalisierten Welt und auch immer wieder das eigene Selbst als Künstler. Die Anziehungskraft seiner Kunst erreicht Oleinikov zum einen durch unerwartete Motive, zum anderen durch eine Bildtechnik, die an die dramaturgische Filmsprache des sowjetischen Regisseurs Andrei Tarkowski erinnert, den Oleinikov bewundert. Durch die Verbindung von Ölfarben mit Bleistift und teilweise Kreiden schafft er Kontraste, die uns in eine imaginäre Welt entführen.

Die vollständige Ausstellungsliste senden wir Ihnen gerne als PDF zu.

TROTZ ALLEDEM Kerbach-Leiberg-Scheib-Schleime-Stangl

14.07. bis 26.08.17


TROTZ ALLEDEM
Fünf Künstler – Ralf Kerbach, Helge Leiberg, Hans Scheib, Cornelia Schleime und Reinhard Stangl – haben sich während des Studiums in den 70er Jahren in Dresden kennengelernt, diskutierten, machten gemeinsam Musik, Filme, Bücher und natürlich Kunst.
Sie wollten sich nicht in ostdeutsche Stereotypen drängen lassen und scheuten sich nicht davor, ihre nicht angepasste Kunst zu zeigen, etwa in der sogenannten Türenausstellung im Leonhardi-Museum 1979 in Dresden.
Die Gegenhaltung zur vorgegebenen Kunstpolitik bewegte die Künstler in den 1980er Jahren zur Übersiedlung nach West-Berlin. Immer freundschaftlich verbunden, gab es weitere Kooperationen, so auch mit der Ausstellung MALSTROM, die 1986/87 im Haus am Waldsee Berlin und im Mannheimer Kunstverein gezeigt wurde. Damals, neben der Präsentation des künstlerischen Spektrums, auch um auf die Künstler und deren Situation aufmerksam zu machen, die bis dahin im westdeutschen Raum kaum bekannt waren. Heute, 30 Jahre danach sind sie fest in der Kunstszene verankert.

Für ein Aufheben des Ost-West-Denkens setzen sich Hedwig und Johann Döbele seit jeher in ihrer Jahrzehnten langen Galerietätigkeit ein und freuen sich zur Jubiläumsschau MALSTRÖME im Mannheimer Kunstverein die Ausstellung „Trotz alledem“ zu präsentieren. In den seit rund einem Jahr bestehenden Räumen von Döbele Kunst Mannheim sind die fünf Künstler mit Arbeiten der letzten Jahre vertreten. Die Gemälde, Papierarbeiten und Skulpturen zeigen die Herkunft der Künstler aus der neufigurativen Bewegung, die sich in der Nachkriegszeit als Gegenpol zur Abstraktion gebildet hat, parallel im Osten und im Westen.

Max Uhlig: Vignes - Paysages de Provence

20.05. bis 01.07.17


Eine Hommage zum 80. Geburtstag des Künstlers
Ölbilder, Pastelle und Aquarelle
Bilder von Max Uhlig, die zwischen 1991 und 2011 in seinem damaligen Sommeratelier in Faucon, nahe dem Mont Ventoux entstanden sind.

Max Uhlig: Vignes - Paysages de Provence
Max Uhlig (*23.06.1937) steht vor einer Leinwand, die in der Breite nahezu das doppelte Maß seiner selbst misst, vor ihm ragt die markante Silhouette des Mont Ventoux empor - so zeigt ein Foto den Künstler Anfang der 90er Jahre. Zum Jahreswechsel 1990/91 reiste Uhlig das erste Mal nach Südfrankreich. Das Gebiet Nahe des Mont Ventoux‘ sollte sein Werk für Jahrzehnte beeinflussen.
Die Provence war für den Künstler die erste außerdeutsche Landschaft, die seinen Lebens- und Schaffensweg mitprägte. Waren es zunächst seine Geburtsstadt Dresden, die meeresnahen Gebiete Mecklenburgs und das karge Erzgebirge, widmete er sich nun der Region im Südosten Frankreichs.
Uhlig versucht das Elementare einer Landschaft in einem Ausschnitt zu sehen und abzubilden. Dabei reizt ihn nicht nur der ferne, sondern auch der nahe Blick. So sah er für die Gegend rund um sein Atelierhaus in Faucon die allgegenwärtigen Weinstöcke als charakteristisches Element. Er studierte diese über Jahre hinweg, ganz im klassischen Sinn der Pleinair-Malerei, zu unterschiedlichen Jahres- und Tageszeiten. Dabei spielt wie bei den ersten Freilichtmalern vor rund 150 Jahren das Licht und, damit verbunden, die Farbe eine wichtige Rolle. Bereits bei den Impressionisten trat hierbei der Gegenstand selbst in den Hintergrund, Uhlig steigert diese Grenze der Bestimmbarkeit weiter. Der dynamische Pinselstrich betont das Wechselspiel zwischen Linie und Form. Die Linien bündeln und verdichten sich, umschreiben und modellieren den Raum auf der Fläche.
Uhlig ist mit seinen Aquarellen, Pastellen und Ölbildern national und international in zahlreichen Museen und öffentlichen Sammlungen vertreten.
Mit der Ausstellung „Vignes - Paysages de Provence“ würdigt Döbele Kunst Mannheim den Künstler Max Uhlig im Jahr seines 80. Geburtstages.

LINIE FORM PAPIER Eberhard Freudenreich

23.03. bis 29.04.17


Vernissage am Donnerstag, 23.03.2017 um 19:00 Uhr - zusammen mit dem Künstler.
Zur Einführung spricht Eva Wick M.A.

Linie, Form und Papier, diese drei Elemente bilden die grundlegenden Bestandteile in Eberhard Freudenreichs Kunst. Auf
vielfältige Weisen entstehen die Linien durch Schneiden, Überlagern von Schnittformen, Faltungen oder durch Nachziehen
mit Blei- und Buntstift. Er nutzt die Linie als Instrument zur
Gestaltung von Formen, welche er auf und mit Papier umsetzt.
Seine Vorliebe für Papier und Linie lässt sich bereits seit
Freudenreichs Studium der Graphik an der Akademie der
Bildenden Künste in Stuttgart erkennen. Ein inspirierender
Moment aus Licht und Schatten führte ihn von der Fläche des
Druckens und Zeichnens in die Dreidimensionale. Zunächst
reliefartig durch übereinander gelegte Formen weiter zu
plastischen Schnittformen und Formfaltungen. Auch die neuesten Werke belegen diese konstante Entwicklung von der Fläche hin zum Objekthaften. Der Betrachter kann teilweise durch eigenes Zutun „handgreiflich“ verändern oder durch Bewegung seine Wahrnehmung vor den Arbeiten beeinflussen.

Herzliche Einladung zum Workshop „Ecken und Kanten“ in den Räumen von Döbele Kunst Mannheim mit Eberhard Freudenreich am Samstag, den 25.03.2017, ab 14 Uhr, in Kooperation mit dem Verein für Kunst- und Kulturvermittlung Rhein-Neckar e.V. Materialgebühr für Vereinsmitglieder 10 €, Nicht-Mitglieder 15 €. Wir bitten um Anmeldung bis 24.03.2017 unter kunstundkulturvermittlung@gmail.com.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

Herta Günther - zwischen Traum und Wissen

26.01. bis 04.03.17


Vernissage am Donnerstag, 26.01.2017 um 19:00 Uhr.
Zur Einführung spricht Hedwig Döbele.

Herta Günther (*1934) beobachtet die Menschen sehr genau. Sie schöpft aus dem Alltäglichen, besucht Kneipen, Cafés und Restaurants - Begegnungsstätten der Menschen. So entstehen ihre Straßen- und Interieur- Szenen. Man glaubt die Dargestellten zu kennen, fühlt sich ihnen verbunden, ihre Blicke verraten dennoch nicht alles, etwas Rätselhaftes umgibt sie.
Das Menschenbild spielt seit der Renaissance eine wichtige Rolle in der Kunst. Mit einem klaren Blick für das Wesentliche gestaltet Herta Günther ihre Menschenbilder. Die gebürtige Dresdnerin fand den eigenen Weg und ließ sich weder von Doktrinen des DDR-Regimes, noch modischen Tendenzen in der Kunstwelt beirren.
Ihre Bildwelten wahren Distanz ohne Brüskierung. Sie lockt mit Charme und meist herber Eleganz. Diese Polarität gibt ihren Kunstwerken jene Unverwechselbarkeit, mit leichter Geste eine Distanz aus Achtung und Selbstachtung auszudrücken.
In ihrer Heimatstadt Dresden längst ein Mythos und von einer internationalen Sammlergemeinde begehrt, gelingt es Herta Günther auf subtile Art mit ihrer Kunst eine Brücke zwischen Individuum und Gesellschaft zu schlagen. Mit ihrer Menschenkenntnis stellt sie Typen unserer Zeit dar, ohne dabei bloß zu stellen. Ein Hauch von Melancholie, Luxus und Verruchtheit umgibt ihre Bildnisse dabei.

Vom Bauhaus zum Aufbruch - Eugen Batz + Xanti Schawinsky

19.11.16 bis 14.01.17


Vernissage am Sonntag, 20.11.2016 um 11:30 Uhr.
Die einführenden Worte spricht die Kunsthistorikerin und Kuratorin der Ausstellung Eva Wick.

Döbele Kunst Mannheim beteiligt sich mit der Ausstellung „Vom Bauhaus zum Aufbruch“ an dem aktuellen Szenediskurs, der die Kunst der Nachkriegszeit neu entdeckt und bewertet.
Die Künstler Xanti Schawinsky (1904-1979) und Eugen Batz (1905-1986) studierten am Bauhaus in Weimar und Dessau. Sie entwickelten eigene Kunstprofile über die NS-Zeit hinaus in die 40er und 50er Aufbruchjahre bis in die 70er Jahre hinein.

Eugen Batz, am Dessauer Bauhaus Meisterschüler von Paul Klee, folgte diesem 1931 an die Düsseldorfer Kunstakademie. Unterbrochen durch die geschichtlichen Begebenheiten und seiner Arbeit im väterlichen Betrieb, konzentrierte sich Batz erst ab 1946 wieder auf seine Kunst und nahm unter anderem an der documenta II 1959 in Kassel teil. Er befasste sich kontinuierlich mit dem Verhältnis des Menschen zu seiner Umwelt und ist dabei zwischen Abstraktion und Figuration zu sehen.

Xanti Schawinsky ist, wenn auch unbewusst, durch seine frühen Werbefotographien italienischer Produkte wie etwa der Olivetti-Schreibmaschine bekannt. Nach seiner kurzzeitigen Verhaftung in Berlin emigrierte der gebürtige Schweizer mit jüdischen Wurzeln 1933 nach Italien. Dort erreichte ihn 1936 der Ruf Josef Albers in die USA, wo er zunächst am interdisziplinären Black Mountain College in North Carolina unterrichtete. Es folgten Lehrtätigkeiten und weitere Aufträge als Grafikdesigner in New York. Seine eigene Kunst entwickelte er dabei konstant weiter. Die Darstellung der Bewegung führte ihn von der Leinwand über die Bühne bis hin zu illusionistischen „Sphären“-Bildern, die in den 60er Jahren, zurück in Europa, als Ergebnis seiner Suche zu sehen sind.

Das Bauhaus als Grundlage
Die Ausbildung am Bauhaus verbindet die beiden Künstler Eugen Batz (1905-1986) und Xanti Schawinsky (1904-1979), ob sie sich dabei jemals persönlich begegnet sind, bleibt unbeantwortet. Schawinsky begann sein Studium noch in Weimar, Batz kam 1924 bereits an die nachfolgende Stätte Dessau. Aus politischen Gründen musste das Bauhaus nämlich zwei Mal die Lokalität wechseln, 1919 in Weimar gegründet, folgte Dessau und letztlich Berlin, wo es 1933 durch die Nationalsozialisten zur Schließung evoziert wurde. Die Institution existierte zwar nur 14 Jahre, kann dennoch als prägende Künstlerstätte des 20. Jahrhunderts bezeichnet werden, die gleichzeitig den Weg in die Moderne ebnete.
Ziel war es alle Künste - Malerei, Skulptur und Architektur gleichberechtigt unter einem Dach zu vereinen. Als Reaktion auf die Industrialisierung versuchten die Künstler die Zukunft neu zu gestalten, die den Menschen und seine Umwelt verändern sollte. Über die Frage inwieweit dieser „Bau des Hauses“ gelungen ist, lässt sich streiten. Unumstritten ist aber die Nachwirkung des Experimentes „Bauhaus“ bis in die Gegenwart.

Werner Tübke

23.09. bis 22.10.16


Döbele Kunst Mannheim zeigt mit Werner Tübke einen Virtuosen der Leipziger Schule.

Vernissage am Freitag 23.09.16 um 19:00 Uhr. Einführende Worte spricht Dr. Eduard Beaucamp, Frankfurt.

Bereits als Fünfjähriger soll Werner Tübke begonnen haben zu zeichnen, mit 25 Jahren veröffentlichte er eine Publikation zum Thema. Die Technik des Zeichnens kennzeichnet sein gesamtes Oeuvre. Der bedeutende Stellenwert lässt sich auch durch Zahlen belegen, so stehen rund 6000 Arbeiten auf Papier nicht ein mal 400 Gemälden gegenüber. Und dementsprechend ist die Mehrheit der ausgestellten Werke in den Räumlichkeiten von Döbele Kunst Mannheim mit Aquarell, Grafit oder Feder entstanden.
Die Zeichnung verstand Tübke dabei nicht nur als Mittel des Experimentierens und zu Studienzwecken, sondern als eigenständiges Medium. Einer seiner Schüler, Günter Meißner, bezeichnet die Zeichnung gar als Spiegel des Wesens Tübkes.
Die Diskussion um die Bedeutung der Gattungen in der Kunst zwischen Malerei und Zeichnung entfachte in der Epoche der Renaissance. Und so scheint es nicht verwunderlich, dass Tübke stets im Dialog mit den Künstlern jener Zeit stand und sich unter anderen an Michelangelo und Dürer orientierte. Obwohl er sich an die Vorbilder der großen Meister vergangener Tage wandte und eines der ältesten Medien, nämlich die Zeichnung, nutzte, gelang es Tübke aktuelle gesellschaftliche Themen zu übersetzen.
Hervorragendes technisches Können und Fingerfertigkeit ist den Malern der Leipziger Schule gemeinsam, als deren Mitbegründer Tübke neben Wolfgang Mattheuer und Bernhard Heisig u.a. gilt. Tübke wird innerhalb der Schule durch eine nüchterne, sachliche Wirklichkeits-auffassung charakterisiert. Die alltägliche Bildwelt kombiniert er dabei mit metamorphen, mythologischen und christlichen Elementen.
Präsent ist in seinem Werk immer wieder das Thema des Leides. Vielleicht mitgeprägt durch die persönliche Erfahrung der irrtümlichen Festnahme des 16jährigen Tübkes durch den russischen Geheimdienst. So überführt er im Zyklus „Geschichte der Arbeiterbewegung“ die Gewalttaten des Ungarn-Aufstandes von 1956 in Passionsdarstellungen.
Die am Rande der Gesellschaft stehen, sind oft sind sie nicht eindeutig zu definieren, weder Rolle noch Geschlecht sind greifbar. Androgyne Wesen gesellen sich neben Narren, Schauspielern und Maskierten. Hierbei tritt Tübkes Anschauung der Welt als Bühne zum Vorschein.
Auch eines seiner bekanntesten Werke greift den Bühnencharakter auf, das Monumentalbild „Frühbürgerliche Revolution in Deutschland“ (14 x 123 m) im thüringischen Bad Frankenhausen. Durch die vertragliche Festlegung seiner künstlerischen Freiheit, konnte er letztlich mit seiner Kunst die Ideologie der staatlichen Auftraggeber in Frage stellen.
Wir zeigen mit über 30 Werken einen chronologischen Ausschnitt des großen Oeuvres, der von Porträts über Landschaftsbilder zu den, für Tübke typischen Szenenbildern reicht und damit einen Überblick über die stilistische Vielfalt des Malers und Graphikers bietet.